Grundlagen

Wo beginnt wirtschaftlicher Oberleitungsbau?

Bei der Planung und Projektierung wird bereits Einfluss darauf genommen, welche Arbeitstechnologie eingesetzt werden soll.

Steigerung von Qualität und Leistung

Die Weiterentwicklung der Arbeitsverfahren zeigt enormes Potenzial zur Qualitätssteigerung auf. Parallel dazu können die Gesamtkosten um bis zu 40% gesenkt werden. Ein weiterer Zusatznutzen liegt darin, den steigenden Anforderungen hinsichtlich Arbeitssicherheit und Arbeitnehmerschutz gerecht zu werden.

Hohe Betriebssicherheit, lange Lebensdauer und somit möglichst niedrige Lebenszykluskosten (LCC) sind anzustreben. Wesentlichen Einfluss darauf hat die Genauigkeit bei der Montage, damit gleichbleibend hohe Qualität sichergestellt wird. Diese Qualität wird durch passende Montagetechnologien mit entsprechenden Arbeitsgeräten und Maschinen erreicht. Besonders wichtig: Unzulässige Verformungen des Fahrdrahts während des Einbaus erzeugen residuale Spannungen, die sich negativ auf die Haltbarkeit und Ausrichtung des Fahrdrahts auswirken. Ebenso schädlich sind Schwankungen in der Zugkraft beim Einbau. Eine exakte Führung des Fahrdrahts während der gesamten Einbauphase ist daher eine unverzichtbare Bedingung.

Eine ganzheitliche Betrachtung der Gesamtkosten hinsichtlich Betriebssicherheit und speziell der Lebenszykluskosten der Oberleitungs-Installationsmaschinen (FUM) sowie -Arbeitsmaschinen (MTW) erleichtert die passende Bewertung einer Technologie.

Beispiele:

  • Schweden: Banverket (heute Infranord) berichtete über eine Steigerung der Produktivität um das Fünffache trotz Reduktion des Personals auf die Hälfte.
  • Schweiz: Die SBB kommen ohne Leistungseinbußen beim Fahrdrahtwechsel mit einer um 40%, beim Kettenwerksumbau um 55% reduzierten Mannschaft aus.
  • Österreich: Die ÖBB haben die Schichtleistung bei der Instandhaltung im Vergleich zur traditionellen Methode verdoppelt. Der Personalaufwand wurde um 60% verringert.

Glossar zu Oberleitungsbau und -instandhaltung

Fachbegriffe und Abkürzungen im Überblick

  • Fahrdraht Unterer Draht der Oberleitungskette zur Fahrstromversorgung elektrischer Triebfahrzeuge, Kontakt über einen Stromabnehmer
  • Fahrleitung Leitung aus mehreren Fahrdrahtlängen; die elektrische Energie wird über einen Stromabnehmer zum Fahrzeug geleitet
  • Fahrleitungsanlage Betriebsmittel der elektrischen Energieversorgung, von den Umspannwerken zu den elektrischen Triebfahrzeugen, bestehend aus Oberleitung oder aus Stromschiene (Masten, Fundamente, Tragkonstruktionen etc.)
  • FUM (Fahrleitungsumbaumaschine) Oberleitungs-Installationsmaschine zum Verlegen, zum Umbau oder zum Abbau einer Oberleitungskette, bestehend aus Fahrdraht und Tragseil
  • Hänger Verbindungsstück zwischen Tragseil und Fahrdraht
  • MAGE (Maststellgerät) Maschine zum Stellen von Masten für die Oberleitungskette
  • MTW (Motorturmwagen) Oberleitungs-Arbeitsmaschine für vielseitige Anwendungsmöglichkeiten, je nach Ausstattung einsetzbar als Instandhaltungs- oder Schnellinterventionsfahrzeug sowie beim Oberleitungsbau
  • Nennzugkraft Zugkraft, mit der der Fahrdraht abgespannt ist
  • Oberleitung Oberhalb oder seitlich der oberen Fahrzeugbegrenzungslinien angebrachte Fahrleitung
  • Oberleitungsanlage Fahrleitungsanlage, die eine Oberleitung zur Energieversorgung von Fahrzeugen verwendet
  • Rückleitung Leiter, in dem Bahnstrom zum Umspannwerk zurückfließt (grundsätzlich vom Umspannwerk über die Fahrleitung, über den Stromabnehmer zum Fahrzeug und über die Schiene)
  • Speiseleitung, Versorgungsleitung Freileitung, die in der Nähe der Oberleitung auf den gleichen Tragwerken angeordnet ist und die Speisepunkte mit Energie versorgt
  • Tragseil Oberes Seil der Oberleitungskette, das die Last des Fahrdrahtes trägt
  • Verstärkungsleitung Freileitung, die in der Nähe der Oberleitung eingebaut und damit in bestimmten Abständen verbunden ist, um den wirksamen Leiterquerschnitt zu erhöhen (z. B. bei starker Verkehrsbelastung)
  • Windeneinheit Baugruppe innerhalb der FUM, welche die Speichertrommeln mit Fahrdraht und Tragseil trägt und beim kontrollierten Auf- oder Abrollen eine gerade und verwindungsfreie Draht- bzw. Seilführung gewährleistet
  • Zickzack-Verlegung Übliches Verlegeprinzip des Fahrdrahtes, das zu einem gleichmäßigen Verschleißverhalten am Stromabnehmer beiträgt